Woran Du erkennen kannst, dass ein Verhalten eine Gewohnheit geworden ist

Petra wollte jetzt endlich abnehmen.
Nach der Geburt ihrer Tochter hatte sie zwar ordentlich das Gewicht wieder runtergebracht, aber die letzten 4-5 kg zu ihrem ursprünglichen Traumgewicht schaffte sie einfach nicht.
Abgeben damit und aufgeben wollte sie auf keinen Fall.

Gewohnheiten abnehmen Erfolg
Für sie war es wichtig, nicht nur glückliche Mutter, sondern auch eine attraktive Frau zu sein.
Für ihren Mann, jedoch auch für sich selber.
Sie wollte sich wieder wohlfühlen in ihrer Haut.
Sie hatte schon einiges ausprobiert. Sie hatte sich vorgenommen, 3x wöchentlich je eine Stunde joggen zu gehen. Aber nach kurzer Zeit kam immer wieder etwas dazwischen:
Keine Zeit weil das Baby krank war, keine Motivation, weil sie am Abend todmüde war usw.
Mit Diäten war es dasselbe. Sie mochte das gar nicht und es wurde zur Qual.
Was tun?
Petras Problem war nicht der Sport oder die Diät.
Petras Problem war – und das machen die meisten Leute – dass sie es falsch angepackt hat.
Sie wollte zu viel auf einmal und hat letztlich zu wenig lange durchgehalten.
Anstatt dreimal die Woche je eine Stunde joggen zu gehen, entschied sich Petra deshalb für ein einfaches Ganzkörperprogramm, welches sie jeden Tag machte.
Das Entscheidende an diesem Programm war:
• Es dauerte nur jeweils 5 Minuten. Fünf Minuten findest Du immer in Deinem Tagesablauf. Du machst es auch, wenn Du sehr müde bist.
• Dadurch, dass das Programm nur so kurz dauerte, brauchte sich Petra nicht aufzuraffen, nicht speziell zu motivieren, es zu tun. Mit der Zeit machte sie es automatisch. Genau das ist der Erfolgsgarant: Das Sportprogramm wurde zur Gewohnheit.
Es dauerte etwas länger, bis Petra ihr Wunschgewicht erreicht hatte. Aber das war ihr letztlich egal.
Lieber langsam aber sicher zum Ziel, als mit der “viel-und-schnell” Mentalität nach kurzer Zeit immer wieder scheitern.

 

Unser Leben wird zu einem großen Teil von Gewohnheiten bestimmt, schlechten wie auch guten.
Das kann positive wie auch negative Auswirkungen haben, je nachdem, welche Routinen dominieren.
Wir sind den Gewohnheiten aber nicht einfach ausgeliefert. Wir können sie beeinflussen, ändern, eliminieren oder neue erschaffen.

 

Ganz wichtig ist, dass wir ein bestimmtes Verhalten genug lange praktizieren, damit es zu einer Gewohnheit wird.

 

Woran wir Gewohnheiten erkennen können

 

Wenn Du ein bestimmtes Verhalten (z.B. jeden Tag 10 Liegestützen machen) in eine Gewohnheit umwandeln möchtest, ist es wichtig, den Prozess nicht zu unterbrechen.

 

Damit ein Verhalten zu einer Gewohnheit wird, ist konstantes, tägliches Handeln der entscheidende Erfolgsfaktor.

 

Man kann sich das wie eine Kette vorstellen, an die man jeden Tag ein neues Glied hängt. Wenn wir ein Tag kein neues Stück anhängen, reißt die Kette. Sie ist kaputt.
Wir müssten mühsam wieder von vorne beginnen. Stell Dir vor, Du hättest eine Kette mit über hundert einzelnen Gliedern gehabt … das wäre extrem ärgerlich.

 

Also tragen wir doch Sorge zu unserer Kette.

 

Woran aber können wir nun erkennen, dass wir bereits das Stadium der Gewohnheit erreicht haben?

 

Besonders ärgerlich wäre es nämlich, wenn die Kette aus Unkenntnis reißen würde. Wenn wir gedacht hätten, dass wir das Verhalten schon umgewandelt hätten in eine Gewohnheit – in Wirklichkeit es aber nicht so war.

 

Signale für eine Gewohnheit

 

  • Kein Widerstand: Unser Unterbewusstsein wehrt sich nicht mehr dagegen. Es fühlt sich leichter an, das Verhalten auszuführen als es nicht zu tun.

 

  • Du brauchst keine bewusste Entscheidung dafür zu treffen. Du wirst automatisch Deine 10 Liegestützen machen, wenn die Zeit dafür gekommen ist (was der richtige Zeitpunkt ist, kann so nicht mit klarer Genauigkeit festgelegt werden. Manche Selbsthilfebücher empfehlen einen bestimmten Zeittrigger, jeden Morgen um 06.00 Uhr, andere einen Aktionstrigger, z.B. immer gleich nach dem Frühstück. Es gibt aber auch die Möglichkeit, gar keinen Trigger zu setzen. Dann führt man das erwünschte Verhalten irgendwann während des Tages aus).

 

  • Du machst Dir keine großen Gedanken mehr darüber, weder positive noch negative. Du weißt einfach, dass Du es machen wirst, komme da was wolle.

 

  • Es wird “normal”, auch emotional. Du wirst nicht mehr besonders aufgeregt sein über Deine Gewohnheit oder besondere Glücksgefühle empfinden (höchstens das Gefühl des Erfolges, welches Du jetzt jeden Tag erfährst).

 

  • Es ist langweilig: Ja genau, das erstaunt auf den ersten Blick. Gute Gewohnheiten sind nicht (mehr) besonders aufregend, sie sind einfach nur gut für Dich. Das Leben selber wird jedoch aufregender wegen Deinen Gewohnheiten.

 

Der letzte Aspekt ist ganz wichtig. Wenn Du ständig ein emotionales Feuerwerk erwartest, wenn Du Deine Gewohnheit ausgeführt hast, dann wirst Du immer wieder enttäuscht.
So funktioniert das Ganze nicht.
Wenn Du aber weißt, dass es normal ist, wenn es sich unspektakulär anfühlt, dann wirst Du die täglichen kleinen Erfolge hinnehmen und still genießen.
Denke daran: Der größte Nutzen entsteht durch das Ausführen der Gewohnheit selber. Diese werden sich außerordentlich positiv auf Dein Leben auswirken.
Und diese Auswirkungen fühlen sich dann so richtig toll an.

 

Um auf unser Beispiel von oben zurückzukommen:

 

10 Liegestützen am Tag (oder das 5 Minuten Ganzkörperprogramm von Petra) hören sich nach wenig an. Aber wenn Du diese kleine Gewohnheit über einige Wochen durchgezogen hast (und das wirst Du, weil das Ganze pro Tag keine Minute dauert und überhaupt keinen Aufwand darstellt, auch für Dein Unterbewusstsein nicht. Der Aufwand ist so gering, dass Dein Hirn dies “locker durchwinkt”. Das ist ganz entscheidend), dann wirst Du Veränderungen in Deiner Haltung, Deinem Körper und Deiner Stimmung wahrnehmen, welche Du vorher nicht für möglich gehalten hast.

 

Du wirst mit der Zeit an gewissen Tagen mehr als diese 10 Liegestützen machen, einfach weil es gerade passt und Du Dich motiviert fühlst.

 

Das steigert den Effekt noch.

 

Aber Achtung: Das Ziel BLEIBEN nur die 10 Liegestützen pro Tag.
Mach nicht den Fehler, dass Du die Grenze nach oben verschiebst. Das könnte den ganzen Erfolg gefährden.

 

Das “Mehr” ist einfach ein Supplement, welches Du lächelnd und dankbar zur Kenntnis nimmst.

Photo: © underdogstudios

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