Vergiss deine Ziele und fokussiere dich auf den Weg

Wie du schneller ans Ziel kommst, wenn du aufhörst, dir Ziele zu setzen: Vergiss deine Ziele!

 

Der Titel klingt im ersten Moment paradox. Schließlich zielen doch alle Erfolgsbücher und Coaches darauf ab, sich konkrete Ziele zu setzen, um erfolgreich zu sein. Und genau genommen sind diese Hinweise nicht einmal falsch.

Sie übersehen nur die nächsten Schritte und sorgen so dafür, dass das angestrebte Ziel langsamer, mühevoller oder gar nicht erreicht wird. Um so schnell wie möglich ans Ziel zu gelangen und sogar darüber hinauszuschießen, solltest du in drei Schritten vorgehen.

 

Vergiss deine Ziele, fokussiere dich auf den Weg.

 

1. Setze dir ein Ziel

 

Damit du überhaupt weißt, welche Aktionen und Prozesse nötig sind, brauchst du natürlich zunächst ein Ziel.

Wer sich nur sagt „Ich will irgendwann einmal irgendetwas verändern“ weiß schließlich nicht einmal, wie, wo oder wann er damit anfangen und was er tun soll.

Auch sollte dieses Ziel konkretisiert werden, wobei schon hier der erste Stolperstein liegt. Natürlich ist es besser, sich zu sagen „Ich will 10 Kilo verlieren“ anstatt „Ich will ein bisschen abnehmen“.

Allerdings sollte bei der Zielsetzung immer noch etwas Spielraum bleiben, um sich am Ende sogar noch übertreffen zu können. Andernfalls ist bei Erreichen des Ziels oftmals Schluss und das Potenzial für noch weitere Verbesserungen verfällt.

Beim Abnehmen ist natürlich eine gesundheitliche Grenze gesetzt. Aber bei Zielen wie ein Buch zu schreiben, eine neue Bestzeit zu laufen oder mehr Geld zu verdienen, wird durch ein festgesetztes Ziel die Möglichkeit begraben, noch erfolgreicher zu sein.

Wenn du also dein Ziel vor Augen hast, kommt nun der noch wichtigere zweite Schritt.

2. Lege den Weg fest

 

Dieser Schritt ist noch wichtiger, da jetzt der theoretische Teil der Planung in die Praxis der konkreten Handlungen umgesetzt wird. Hier wird letztendlich deine gesamte Energie, Motivation und Tatkraft einfließen und erfolgreich umgesetzt.

In diesem Schritt, der oft auch mit den Zwischenzielen beschrieben wird, geht es um den genauen Ablaufplan. Für ein neues Buch wäre es zum Beispiel ein Wochenplan mit festgelegten Schreibzeiten.

Für eine Gewichtsabnahme oder sportliche Steigerung wäre es der Trainings- und Ernährungsplan. Für einen Zuwachs an Geld wäre es ein Geschäftsplan, der zum Beispiel die schrittweise Umsetzung einer neuen Geschäftsidee vorgibt und die Arbeitszeiten festlegt.

Dieser zweite Schritt ist außerdem auch noch wichtig, weil sich der dritte und letzte Schritt auf ihn bezieht und schließlich zur schnellstmöglichen Erreichung des eigentlichen Ziels führt.

 

3. Vergiss deine Ziele und fokussiere dich auf den Weg

 

Dieser Schritt ermöglicht es dir, schneller voranzukommen, zu jedem Zeitpunkt erfolgreich zu sein und dein eigentlich angepeiltes Ziel sogar noch zu übertreffen.

Lasse an dieser Stelle dein festgelegtes Ziel los.  Setze alle deine Energien für die Umsetzung des vorher festgelegten Weges ein.

Du hast nun zum Beispiel deinen Trainings- und Ernährungsplan aufgestellt. Anstatt dir nun ständig dein Ziel vor Augen zu halten, konzentriere dich auf den neuen Prozess, den du in Gang gesetzt hast.

Gib zum Beispiel dein Bestes an jedem einzelnen der Trainingstage und optimiere deine Ernährung so gut du es kannst, ohne dabei an dein Ziel zu denken. Jeder Tag, der auf diese Art und Weise verstreicht, ist dein ganz persönlicher, herausragender Erfolg.

Lege deinen Fokus nicht auf das theoretische Ziel, das irgendwo in der Ferne schwebt, sondern auf die praktischen Aufgaben, die genau vor dir liegen.

Auf diese Art und Weise hebelst du geschickt den inneren Kritiker aus, der dir womöglich sagt, dass du nicht schnell oder effizient genug bist – und kommst genau dadurch sogar schneller voran.

 

Anders ausgedrückt: Eine Mannschaft, die ein Spiel gewinnen will, konzentriert sich nicht auf den Gewinn dieses Spiels. Sie konzentriert sich auf das gemeinsame Training und schließlich auf die Umsetzung im Hier und Jetzt, wenn das Spiel startet.

Wenn ein Spieler dabei permanent im Kopf hat „Wir müssen gewinnen, wir müssen gewinnen, wir müssen gewinnen“ lenkt er sich nicht nur ab.  Er schwächt auch seine Leistung.

Ein ständiger Fokus auf das Ziel bedeutet schließlich im Rückschluss für den Verstand, dass es immer noch nicht erreicht ist und der Erfolg noch ausbleibt. Das wiederum verursacht negative Gefühle, die die Leistung ausbremsen.

Liegt der Fokus allerdings wie schon im Training auf dem jetzigen Moment, kann der Spieler sein Bestes geben und sich nur auf die erlernten Taktiken und Leistungen konzentrieren.

 

Warum dieses Vorgehen dich schneller ans Ziel bringt

 

Im Folgenden sind die wichtigsten Gründe aufgeführt, warum dieses System im Vergleich zur einfachen Zielsetzung besser und schneller funktioniert:

 

  1. Ein Ziel allein schafft keine Glücksgefühle

 

Wer sich immer auf sein Ziel konzentriert, denkt dabei ständig nur an das, was er noch nicht erreicht hat. Das Ziel ist ein theoretischer Zustand in der Zukunft, der auch nur in der Zukunft ein glücklicheres Gefühl verspricht.

Dieses schlichte Versprechen reicht aber nicht aus, um langfristig Motivation aufrechtzuerhalten oder gar glücklich zu machen. Wer sich auf den Prozess und den Weg konzentriert, hat hingegen stets ein Erfolgserlebnis und das gute Gefühl, weiterzukommen.

 

  1. Das unerreichte Ziel kann Stress verursachen

 

Wer während seiner Anstrengungen stets vor Augen hat, dass er noch nicht am Ziel ist, wird sich auf Dauer unter Druck und Stress gesetzt fühlen.

Wer das Ziel loslassen kann und sich im Hier und Jetzt aufhält, braucht sich vor Zeitdruck und Stress hingegen nicht zu fürchten. Er weiß, dass er sein Bestes gibt und genau richtig handelt.

 

  1. Das erreichte Ziel kann eine Leere hinterlassen

 

Dieses Phänomen kennen viele Menschen, die ihr Ziel endlich erreicht haben. Wenn die Waage das gewünschte Ergebnis, die Stoppuhr die gewünschte Zeit oder das Konto die gewünschte Zahl zeigt, kommt oft nur Sekunden später die innere Frage:  „Und was jetzt?“

Wer sich nur auf das eine konkrete Ziel verlässt, wird spätestens nach dessen Erreichung oftmals von einer unangenehmen Leere erfüllt.

Beim Fokus auf den Weg und bei einer offenen Zielsetzung kann sich derjenige über das Erreichte freuen. Er kann einfach weitermachen, um noch besser zu werden oder um andere Dinge in Angriff zu nehmen.

 

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Nehme dir eins deiner wichtigsten Ziele vor und gehe die oben genannten drei Schritte durch.

Achte darauf, dass du dein Ziel wirklich loslassen kannst und prüfe dennoch regelmäßig deine Fortschritte.

Du wirst staunen, wie viel schneller und effizienter du sein kannst, wenn du dich nicht durch den Druck einer Erwartung oder durch Festhalten an theoretischen Wunschvorstellungen bremst.

Wenn du dein Vorgehen vorher dokumentiert hast, vergleiche deine Fortschritte in dem alten und dem neuen System. Du wirst das Ergebnis schwarz auf weiß sehen können.

 

Photo: eyetronic

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