Warum wir es nicht schaffen, unsere Neujahrswünsche und –ziele in die Tat umzusetzen und was das mit den Urmenschen zu tun hat

 

Was sind Deine Neujahrswünsche und – ziele?

Jedes Jahr wiederholt sich das Ritual: Mehr oder weniger heimlich wünschen wir uns zu Neujahr etwas Gutes, setzen uns neue Ziele und fassen ach so tolle Vorsätze.

Neujahrswünsche und Neujahrsziele

Wie ist es mit Dir?

An diesen Wünsche und Zielen ist natürlich nichts Schlechtes, die entscheidende Frage ist jedoch:

 

Wie viele von diesen Vorsätzen werden tatsächlich umgesetzt?

Ehrlich? Wohl doch eher die wenigsten, oder…

Woran liegt das? Warum schaffen wir es einfach nicht, endlich ein paar Kilos abzunehmen, mehr Sport zu treiben oder was auch immer?

 

In diesem Artikel erfährst Du:

  • warum wir viele unserer Ziele nicht erreichen und was das mit unseren Vorfahren zu tun hat
  • welches der entscheidende Faktor für die Zielerreichung ist
  • wie Du es endlich schaffst, Deine Ziele und Wünsche umzusetzen

 

Neujahrswünsche – Der entscheidende Faktor

 

„Du musst es nur wollen, dann schaffst Du das auch.“

Wer hat das nicht schon selber gehört – zu Hause, in der Schule, bei der Arbeit. Aber stimmt das auch? Funktioniert das so einfach?

Ja und nein.

 

Studien haben bewiesen: Intelligenz allein reicht nicht aus, um erfolgreich zu sein.

Besonders erfolgreiche Menschen verfügen vor allem über eine ausgeprägte Willenskraft.

 

Wer mehr Erfolg haben will, wer seine Ziele umsetzen und erreichen will, wer sich seine guten Vorsätze erfüllen will, braucht vor allem eines:

 

Willenskraft

 

Wir brauchen den Willen, um ein Ziel, eine Motivation, eine Absicht in die Tat umsetzen zu können.

Warum fehlt es uns aber oft an dieser Willenskraft? Wieso gelingt es uns nicht, den inneren Schweinehund zu überwinden und scheitern immer wieder so kläglich?

 

Wir alle kennen folgendes Szenario:

Wir setzen uns ein Ziel, wollen etwas erreichen.

Wir sind zu Beginn voll motiviert, ja oft sogar euphorisch. Wir „sehen“ das Ergebnis und malen uns aus, wie toll das sein wird.

Nach kurzer Zeit – wenn die erste Euphorie verflogen ist – „vergessen“ wir die Sache langsam. Wir finden immer wieder Ausreden, um nicht an der Sache zu arbeiten.

Nach ein paar Wochen ist das Ziel in weite Ferne gerückt. Wir wenden uns neuen Dingen zu, die spannender sind oder nicht so aufwändig.

Wir suchen uns ein neues Ziel.

Der Kreislauf beginnt von vorne.

 

Das ist das Szenario der Erfolglosen.

 

Okay, bevor wir uns als komplette Verlierer fühlen, habe ich eine kleine Entschuldigung für Dich und mich.

Dafür müssen wir ein wenig eintauchen in die Evolutionsgeschichte.

 

Warum wir ein bisschen faul sind oder das Erbe des Urmenschen

 

Um zu verstehen, wie unsere Willenskraft funktioniert, müssen wir ein wenig zurückgehen in der Zeit.

Tief in unserem Inneren ist ein evolutionsbiologisches Programm verankert. Es heißt: „Risiko und Anstrengung vermeiden“.

 

Für unsere Vorfahren war es überlebenswichtig, unnötige Anstrengungen zu vermeiden. Anstrengung bedeutet nämlich Energieaufwand. Und diese Energie brauchten sie, um das nackte Überleben zu sichern. Also hat man seine Kräfte gespart, so oft es möglich war.

Auch versuchte man, unnötige Risiken zu vermeiden, denn das konnte schnell zum lebensbedrohenden Akt werden.

 

Was damals gut und durchaus sinnvoll war, schlägt uns aber heute ein Schnippchen.

Dieses Programm ist tief in unserem Inneren verankert und wir funktionieren auch ein paar zehntausend Jahre später immer noch danach.

 

Uns nicht anzustrengen ist uns quasi in die Wiege gelegt. Wir sind grundsätzlich etwas faul und bequem.

Das ist ja nicht a priori schlecht, aber wenn wir etwas erreichen wollen, dann müssen wir dafür Energie aufwenden.

Wir müssen unsere Willenskraft einsetzen, um dieses Sparsamkeitsprogramm zu überwinden.

 

Und das ist halt nicht immer so einfach, gell…

Die Welt hat sich auch grundlegend geändert. In Gesellschaften, wo das nackte Überleben mehr oder weniger gesichert ist, will der Mensch mehr.

Er strebt nach mehr Erfolg, mehr Geld, mehr Anerkennung, mehr Glück, mehr Liebe.

Dafür muss er sich anstrengen, denn diesen Mehrwert muss man sich verdienen.

 

Dabei gilt: Je grösser das Ziel, je grösser die Anstrengung, desto mehr Willenskraft muss man aufwenden, um sich selber (und seine Faulheit, sein Sparsamkeitsprogramm) zu überwinden.

 

Die Bedeutung der Willenskraft

 

Wissenschaftliche Studien von June Tangney Roy Baumeister und Angie Boone zeigen,

„dass Menschen mit überdurchschnittlicher Willenskraft bessere persönliche Beziehungen haben, über mehr Selbstvertrauen verfügen, mehr Leistung bringen und weniger anfällig für Stress und psychische Störungen sind.“ (Quelle: http://www.willenskraft.net/).

 

Erfolgreiche Menschen zeichnen sich also vor allem dadurch aus, dass sie Dinge umsetzen. Sie setzen sich nicht nur Ziele, sie setzen diese auch um. Sie packen es an und bleiben so lange an der Sache dran, bis sie das Ziel erreicht haben.

Das hat nichts mit Intelligenz oder Talent zu tun. Diese zwei Dinge werden in der Regel viel zu sehr überschätzt.

 

Die Willenskraft kann uns bei der Realisierung unserer Wünsche und Ziele helfen, indem sie hilft…

 

  • Unlustgefühle zu überwinden
  • Gewohnheiten zu überwinden
  • uns auf ein bestimmtes Ziel zu fokussieren (unsere Gedanken und Gefühle)
  • Ablenkungen zu überwinden

 

Die Willenskraft (oder „Volition“ oder „Umsetzungskompetenz“) kann man in fünf Teilkompetenzen gliedern. Diese Teilkompetenzen kann man messen und auch entsprechend trainieren.

Einfach zu sagen, ich trainiere jetzt mal „meine Willenskraft“, wird wahrscheinlich nicht besondere Ergebnisse zeigen. Besser ist es, sich auf einen Teilaspekt der Willenskraft zu konzentrieren und diesen ganz gezielt zu fördern.

 

Die fünf Teilkompetenzen sind:

 

  1. Fokussierung auf klare Ziele, Steuerung der Aufmerksamkeit
  2. sich gut in eine positive Stimmung versetzen können und konstruktiv mit negativen Gefühlen umgehen können
  3. sich der eigenen Fähigkeiten und Stärken bewusst sein und darauf vertrauen
  4. proaktiv und vorausschauend sein
  5. Selbstdisziplin: Ablenkungen können wirksam kontrolliert werden

 

Auf http://www.umsetzungskompetenzen.com/ kannst Du Dich selbst testen, wie es um Deine Willenskraft bestellt ist. Die Auswertung zeigt Dir, bei welchen Teilkompetenzen (siehe oben) Du stark bist und wo es noch Entwicklungspotenzial gibt.

 

Wie man die Willenskraft steigert und so seine Ziele besser erreicht

 

Hier nun einige ganz praktische Tipps, wie man seine Willenskraft steigern und trainieren kann.

Die Reihenfolge ist rein zufällig. Picke einen Tipp heraus und versuche, diesen in den nächsten Tagen umzusetzen.

Wie bei allem gilt auch hier:

Starte jetzt!

Neujahrswünsche - Neujahrsziele - neuer Weg

Bleibe dran, bis Du einen ersten Erfolg verbuchen kannst!

Wer nur etwas liest und sich wünscht, dass sich etwas verändert, wird nicht weit kommen!

 

  1. Klare Ziele formulieren: Werde möglichst konkret.
  2. Plane: Unterteile ein Endziel in viele kleine Zwischenziele. Jedes erreichte Zwischenziel ist ein Erfolg!
  3. Wichtig! Fokussiere Dich: Erledige ein Ding nach dem anderen. Gleichzeitig den Job wechseln, 10 kg abnehmen und womöglich noch mit dem Rauchen aufzuhören – das wird definitiv nicht funktionieren!
  4. Misserfolge werden kommen. Heiße diese willkommen – im Sinne von „das ist kein Misserfolg/Fehler, sondern eine neue Herausforderung, eine Möglichkeit sich zu verbessern“.
  5. Nichts aufschieben: Erledige die Dinge möglichst zeitnah. Auch die kleinen täglichen Angelegenheiten solltest Du immer schnell erledigen. Alles, woran man noch denken muss, bindet etwas Energie.
  6. Übe Dich an kleinen Dingen: Höre auf Nägel zu kauen oder was auch immer. Wenn Du das schaffst, kannst Du dich an größere „Projekte“ heranwagen.
  7. Belohne dich. Mache vorher mit Dir ab, was Du „erhältst“, wenn Du ein bestimmtes Ziel erreicht hast. Du wirst sehen, es hilft, dranzubleiben. Und das ist besonders wichtig:
  8. Neue Verhaltensweisen solltest Du regelmäßig wiederholen und einüben. Dadurch werden diese Verhaltensweisen automatisiert. Automatisierte Verhaltensweisen (Gewohnheiten) brauchen viel weniger (oder gar keine) Willenskraft.

 

Photo: © Daniel Berkmann, © Coloures-pic

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