Neue Freunde finden (für Introvertierte) – 7 Tipps

Neue Freunde finden ist nicht leicht.

Trotz oder eher gerade wegen unserer zunehmend digitalisierten Welt.

Dabei gelten Facebook “Freunde” nicht. Darüber möchte ich hier nicht sprechen. Ich habe nichts gegen diese Freunde, aber in diesem Artikel geht es um eine andere Art von Freund/Freundin.

Um die aus Fleisch und Blut. Denen man in die Augen schaut, wenn man mit ihnen spricht.

Es geht hier auch nicht in erster Linie um Liebesbeziehungen, obwohl man unter neuen Freunden vielleicht auch eine neue Liebe finden kann.

So, nachdem das geklärt ist, tauchen wir ein in das “neue Freunde finden”.

neue Freunde finden

Ist dir aufgefallen, dass ich im Titel “für Introvertierte” in Klammer geschrieben habe?

 

Es sind die Introvertierten, die Stillen, die Zuhörer, welche naturgemäß viel mehr Schwierigkeiten haben, neue Kontakte zu knüpfen.

 

Das beginnt schon beim Small Talk.

Während der Extrovertierte zu jedem und jeder hingehen kann und mit einem mehr oder weniger intelligenten Spruch eine Konversation beginnen kann, scheitert der Introvertierte bereits hier.

 

Er kennt in der Regel keine solchen Sprüche oder findet sie einfach doof.

 

Dieses oberflächliche “Geschwätz” ist einfach nicht sein Ding. Lieber hört er mal zu. Lieber gibt er bei einem tiefsinnigen Gespräch seine Kommentare ab.

Trotzdem wünschen sich natürlich auch Introvertierte enge Freunde. Jeder Mensch wünscht sich das.

Der Introvertierte braucht zwar nicht viele Freunde, aber er braucht definitiv welche, mit denen er sich auf einer tieferen Ebene austauschen kann.

 

Was also tun?

Die folgenden Tipps zeigen Wege auf, die Introvertierte (aber nicht nur die) gehen können, um neue Freunde finden zu können.

 

Die Menschen in deiner Umgebung

 

Bevor du in die “weite Welt” hinausgehst, denke über die Menschen in deiner Umgebung nach. Über Menschen, die du bereits kennst.

Gibt es unter ihnen welche, die du gerne noch näher kennenlernen möchtest?

Wenn ja, suche vermehrt den Kontakt zu diesem Menschen.

Lass es aber langsam angehen und fall nicht gleich mit der Türe ins Haus.

Echte Freundschaften entwickeln sich in der Regel über eine längere Periode.

 

Es ist okay, den ersten Schritt zu machen

 

Während Extrovertierte zu jedem hingehen und „Hallo“ sagen können, warten Introvertierte, bis man sie anspricht.

Die Angst vor Zurückweisung, vor Ablehnung lässt sie regelrecht verstummen.

Deshalb warten sie lieber mal ab.

Fremde Leute können diese Haltung aber ganz anders interpretieren, z.B. Als Hochnäsigkeit oder Eingebildet-sein.

Der Introvertierte muss lernen, diese Angst vor dem ersten Schritt in den Griff zu bekommen.

Und es macht auch nichts, ab und zu zurückgewiesen zu werden. Das passiert auch den Extrovertierten, nur mit dem Unterschied, dass ihnen das am A***** vorbeigeht.

Die gehen einfach zur nächsten Person und versuchen es dort.

 

Neue Freunde finden – Verstelle dich nicht

 

Introvertierte und auch hochsensible Menschen haben manchmal das Gefühl, sie müssten sich so verhalten, dass jeder sie mag.

Um neue Freunde finden zu können, verstellen sie sich.

Sie geben sich nicht so, wie sie wirklich sind.

Manchmal beginnen sie sogar, andere Meinungen zu vertreten, nur um zu gefallen.

Dieser Ansatz scheint am Anfang zum Erfolg zu führen.

Die neuen Leute mögen dich, weil du zu allem ja und Amen sagst. Sobald du jedoch beginnst, deine – vielleicht gegenteilige – Meinung zu vertreten, ist es schnell vorbei mit Friede, Freude und Eierkuchen.

Dann bist du deine neuen “Freunde” genauso schnell wieder los. Das Problem ist, dass du denen eine andere Person offenbart hast als du bist.

Deshalb:

Zeig dich von Beginn weg so, wie du bist (na ja, kleinere Kompromisse darfst du schon eingehen. Wenn du ständig auf deiner Meinung beharrst, wird es auch schwierig).

Die Menschen, die dann in deiner Nähe bleiben, meinen es auch ernst mit dir und mögen dich so, wie du bist.

So brauchst du dich nicht dauernd zu verstellen. Das ist übrigens sehr anstrengend auf Dauer.

 

Frage

 

Introvertierte verfügen über eine Superkraft: Zuhören.

Sie können in der Regel extrem gut zuhören und werden dafür auch geschätzt.

Wenn du aber neue Freunde finden willst, wird das nicht ausreichen.

Small Talk und Gesprächseröffnung ist aber auch nicht dein Ding.

 

Was tun?

Frage!

Stelle deinem Gegenüber offene Fragen. Unter offenen Fragen versteht man solche Fragen, welche man nicht nur mit “Ja” oder “Nein” beantworten kann.

Statt “ Gehst du gerne ins Kino?” (Ja, nein) fragst du z.B. “Welcher Film hat dich in letzter Zeit beeindruckt? Warum?”

 

Wie fühlst du dich?

 

Wenn du neue Leute kennenlernst, ist es besonders zu Beginn nicht einfach abzuschätzen, ob diese auch zu einem passen.

Wie bereits gesagt, Freundschaften entwickeln sich langsam.

Wie also am Anfang herausfinden, ob es sich lohnt, die Zeit zu investieren?

 

Jeder von uns kennt doch das: Man lernt jemanden kennen, findet ihn/sie nett – vielleicht sogar toll – aber nach dem x-ten Treffen funktioniert es irgendwie nicht mehr.

 

Ein möglicher Gradmesser ist folgendes:

Fühle, ob du nach dem Treffen eher energiegeladen bist oder ausgelaugt, energielos.

Je nachdem kann das ein guter Hinweis dafür sein, ob die betreffende Person zu dir passt oder nicht.

 

Wenn du nach den Treffen komplett kaputt bist, dann vergiss es.

Diese Person wird sich wahrscheinlich gerne mit dir treffen, weil du dich gut als “Energie-Tankstelle” eignest.

 

Aber für dich als Introvertierter, welcher sowieso mit seiner Energie haushalten muss, wird das sehr aufreibend.

 

Plane

 

Wenn du neue Leute kennengelernt hast, musst du dich darum kümmern, dass der Kontakt nicht gleich wieder einschläft.

Plane deshalb immer das nächste Treffen und mach einen fixen Termin aus.

Das “Ich ruf dann mal an” wird nicht funktionieren. Man hat keine Zeit, vergisst es – was auch immer.

 

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(Diesen Tipp kannst du gleich umsetzen!)

 

Wenn du Schwierigkeiten hast, jemanden anzusprechen, dann solltest du das besonders oft üben.

Klingt jetzt paradox, aber lass mich erklären.

Du siehst oder hörst jemand, der dich fasziniert. Du möchtest diesen Menschen kennenlernen, weißt aber nicht wie.

Oder du hast einfach Angst davor, ihn/sie anzusprechen. Du überlegst dir fieberhaft, was in dieser Situation das Passendste wäre.

Und hier liegt das Problem: Weil du offensichtlich nicht so viel Übung darin hast, Menschen anzusprechen, wird das zu einer fast unmöglichen Sache.

Dabei geht jede Lockerheit verloren. Und das merkt dein Gegenüber sofort.

 

Was also tun?

Üben!

Und zwar in unverfänglichen Situationen.

Stelle wildfremden Menschen, von denen du eigentlich nichts willst, eine einfache Frage.

Beginne mit der Frage nach der Zeit (ich weiß, nicht cool, aber es hilft) oder nach dem Weg (auch wenn du den Weg kennst. Einfach nicht im eigenen Quartier nach dem Weg fragen – wäre irgendwie seltsam 😉 ).

 

Das Entscheidende an dieser Vorgehensweise ist, dass du mit jeder Frage sicherer und lockerer wirst.

Und wenn dich jemand zurückweist, ist es auch nicht schlimm, denn du willst ja nur üben.

 

Photo: nikolapeskova

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