Klopp oder die Kunst der Motivation

Dieser Artikel ist über Jürgen Klopp, Trainer des FC Liverpool (vormals BVB Dortmund) und die Kunst der Motivation.

Deshalb lies weiter – auch wenn du kein Fussballfan bist.

Die Kunst der Motivation

Gestern fand in der Anfield Road in Liverpool ein denkwürdiges Europa League Spiel statt. Die Ausgangslage war klar: Nach dem 1:1 Hinspiel vor einer Woche mussten beide Teams Vollgas geben, um in die nächste Runde zu kommen.

Nach 9 Minuten stand es bereits 0:2 für Dortmund. Die Sache war eigentlich schon gegessen.

Nach der Pause verkürzte Liverpool in der 48. Minute zum 1:2. Hoffnung keimte auf. Könnten die Reds nochmal zurückkommen?

In der 57. Minute stellte Reus mit seinem Tor den 2-Tore Vorsprung wieder her. Hättest du noch auf Liverpool gewettet? Normalerweise schaue ich solche Spiele nicht mehr zu Ende. Aber irgendetwas fesselte mich und hielt mich vor der Glotze.

Diese Liverpooler Spieler liessen die Köpfe nicht hängen!

Trotz aussichtsloser Situation fighteten sie weiter. Sie rannten sich die Lunge aus dem Leib.

In der 66. Minute fiel das 2:3.

In der 78. Minute das 3:3.

Und in der 90. + 1. erzielte Lovren das 4:3 für Liverpool und machte dieses Spiel zu einem Jahrzehntespiel.

Was war passiert?

Glück? Zufall? Vielleicht…

Während dem Match wurde immer wieder Jürgen Klopp gezeigt. Wie er mitlitt, emotional dabei war.

Man sah ihn auch manchmal wütend, vor allem nach dem 1:3.

Aber was auffiel: Meistens peitschte er seine Mannen nach vorne, beklatschte jede halbwegs gelungene Aktion vor dem Tor der Dortmunder.

Klopp ist ein begnadeter Motivator. Das hat er schon in Dortmund gezeigt.

Und wie beliebt er deswegen ist, zeigte folgende Szene nach dem Spiel:

Welcher Trainer der Welt kann schon zum Fansektor der Auswärtsmannschaft (Dortmund) gehen und sich nach einem solchen Spiel von den Fans des ehemaligen Klubs verabschieden. Und die klatschen ihm noch zu (die meisten jedenfalls – ich fand das ein genialer emotionaler Moment im Fernsehen).

In der Pause hat er die Spieler nicht zusammengestaucht, sondern versucht, sie aufzubauen. Versucht, ihnen den Glauben ans Unmögliche einzuimpfen.

Klopp hatte in der Kabine „eine Vereinbarung“ mit den Spielern getroffen. Divock Origi, Torschütze zum 1:2, berichtete, dass der Trainer gefordert habe, etwas zu schaffen, was später stolz den Enkeln erzählt werden könne.

Der Rest ist Fussballgeschichte…

Was macht dann dieser Klopp anders als andere Trainer?

Im „Stern“ gab es darüber einen Artikel (Die Kunst der Motivation – Wie Meistertrainer Jürgen Klopp seine Spieler trainiert – und was wir alle daraus lernen können):

„Er versucht, die Menschen zu verstehen und  entwickelt aus diesem Verständnis heraus ganz eigene Pläne.

Er spricht viel mit den Spielern, ist sehr klar, verständnisvoll, aber auch manchmal sehr streng.

Dadurch fühlen sich die Menschen angesprochen, angenommen.

Sie sind bereit, dafür etwas zurückzugeben.

Klopp wird zum Vorbild. Er spricht nicht nur über irgendwelche Theorien, sondern lebt sie vor: Hingabe, Leidenschaft und Freude.“

Klopps Führungsstil wird „transformational“ genannt.

Definition:

„Der Begriff Transformationale Führung bezeichnet ein Führungsmodell, bei dem die Geführten Vertrauen, Respekt, Loyalität und Bewunderung gegenüber der Führungskraft empfinden und dadurch überdurchschnittliche Leistungen erbringen.“

(Wikipedia)

Was können wir daraus lernen? Die Kunst der Motivation

Motivieren bedeutet, das Positive in den Vordergrund zu stellen. Die Möglichkeiten auszuloten, auch wenn die Situation unmöglich, unrealistisch erscheint.

Dazu brauchen wir konkrete Ziele. Wir müssen wissen, wohin die Reise gehen soll.

Wenn du andere begeistern willst (egal ob für deren Ziele oder für deine), dann…

  • … solltest du auf die Wünsche des anderen eingehen.
  • … solltest du Lob, Dank und Anerkennung schenken.
  • … solltest du den anderen möglichst wenig kritisieren.
  • … solltest du dem anderen zuhören.
  • … solltest du freundlich sein.

Motivation beginnt damit, den anderen nicht mehr zu demotivieren.

 

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(Diesen Tipp kannst du gleich umsetzen!)

Wähle einen der obigen Punkte aus (z.B. Lob, Dank und Anerkennung schenken).

Überlege dir, bei welcher Person du diesen Punkt sofort umsetzen kannst.

Mach es!

(Übrigens: Nicht nur die andere Person wird davon profitieren. Du wirst selber Freude und Genugtuung empfinden dabei. Es ist ein Geben und Zurückbekommen!)

 

Photo: © Kotangens

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