Achtsamkeit mit Nebenwirkungen

Die Meditation ist eine wirkungsvolle Praxis, um zum inneren Gleichgewicht zurückzufinden, mehr Ruhe ins eigene Leben zu bringen und Gelassenheit zu lernen.

Allerdings kann das achtsame Sitzen, Atmen und bewusst Wahrnehmen auch Nebenwirkungen besitzen, auf die sich vor allem Anfänger vorher einstellen sollten.

Im Folgenden werden einige Nebenwirkungen vorgestellt, die besonders bei den ersten Meditationssitzungen auftreten können.

In vielen Fällen lohnt es sich aber, gerade an diesen schwierigen Punkten weiter nachzuforschen, es geschehen zu lassen und die inneren Blockaden zu überwinden.

Achtsamkeit Ruhe

Was geschieht bei einer Meditation?

 

Eine achtsame Meditation durchzuführen bedeutet weder, nur dazusitzen und den Gedanken freien Lauf zu lassen, noch heißt es, alle Gedanken mit aller Gewalt unterdrücken zu wollen.

Wer eine Meditation in dieser Weise angeht, wird sich entweder langweilen oder enttäuscht aufgeben, wenn die Gedanken sich nicht unterdrücken lassen.

Vielmehr bedeutet Meditation, achtsam und bewusst den Moment wahrzunehmen, Gedanken kommen und gehen zu lassen und ihnen dabei keine Beachtung zu schenken.

Die größte Herausforderung für Meditations-Anfänger besteht letztendlich darin, sich für eine gewisse Zeit immer wieder ins Hier und Jetzt zurückzuholen.

Wir sind es aus dem Alltag eher gewohnt, gedanklich immer wieder abzuschweifen und haben erfahrungsgemäß erst einmal Schwierigkeiten, so bewusst im jetzigen Augenblick zu verweilen.

 

Darüber hinaus werden Meditationen auch dafür genutzt, um die Umgebung Schritt für Schritt auszublenden und sich dem Inneren zuzuwenden.

Vor allem geführte Meditationen können so auf unterbewusst, verdrängte oder vergessene Erinnerungen und Emotionen stoßen.

Sinn dieser Mediationsform ist es, die verdeckten Gefühle und Gedanken aufzuspüren und aufzuarbeiten, damit sie ihren – womöglich schädlichen – Einfluss in der Gegenwart verlieren.

Bei beiden Meditationsformen wird der Meditierende sich selbst stärker wahrnehmen als sonst im Alltag und sich nicht mehr von der Außenwelt ablenken lassen, wenn er achtsam genug ist.

Genau an dieser Stelle tauchen häufig unangenehme Nebenwirkungen auf.

In manchen Fällen ist es ratsam, an diesen kritischen Punkten nicht aufzugeben.

In anderen Fällen sollte die Meditation jedoch vorerst abgebrochen und nur unter professioneller Anleitung wieder aufgenommen werden.

 

Welche Nebenwirkungen kann eine Meditation auslösen und wie sollte man damit umgehen?

 

Stress und Kampf

 

Wir leben wahrhaftig in einer verdrehten Welt, in der sogar die Suche nach Entspannung und Ruhe nur zu einem weiteren Punkt auf der Liste der alltäglichen Pflichten geworden ist.

Entsprechend suchen viele krampfhaft nach innerer Ruhe und Ausgeglichenheit und bemerken nicht, dass genau diese verbissene Suche sie zusätzlich stresst.

Wenn du bei einer Meditation feststellst, dass du auch hier versuchst, möglichst effizient und in kurzer Zeit ans Ziel zu gelangen, werden die Erfolge ausbleiben.

Entschleunigen ist kein Sport, auch wenn regelmäßiges Training dabei hilft, besser zu werden.

Wenn du meditieren willst, plane dir genug Zeit ein und sei währenddessen ehrlich zu dir selbst.

Bei wahrer Ruhe und Ausgeglichenheit haben Stress, Zeitdruck und Erfolgsdenken nichts zu suchen.

Solltest du also bemerken, wie dein Verstand dir befiehlt, noch ausgeglichener und ruhiger zu werden und endlich Erleuchtung zu erlangen, breche lieber ab und setze die Meditation zu einem entspannteren Zeitpunkt fort.

 

Negativer Fokus

 

Menschen, die sehr selbstkritisch oder depressiv sind, fokussieren sich ohnehin schon täglich auf sich selbst.

Die innere Einkehr kann in diesem Fall, wenn sie nicht richtig umgesetzt wird, dazu führen, dass sich die negativen Bewertungen sich selbst gegenüber verstärken.

Bei einer Meditation sollte kein aufkeimender Gedanke und keine Emotion bewertet, sondern bildlich gesprochen einfach vorbeigelassen werden. Auch sind solche Menschen anfälliger dafür, die oben genannte Nebenwirkung durch ihren negativen Fokus zu verstärken.

 

Gedanken wie „Nicht einmal eine Minute Achtsamkeit kriege ich hin“ oder „Ich bin ein Versager und schaffe es nicht, die eigenen Gedanken zu kontrollieren“ sind pures Gift für eine erfolgreiche Meditationspraxis.

Entsprechend sollten Menschen mit dieser Veranlagung auf professionelle Anleitung setzen, die hilfreiche Tipps gibt, wie auch der innere Kritiker unbewertet und achtsam beobachtet werden kann.

Schließlich kann eine richtig ausgeführte innere Einkehr nicht nur negative, sondern auch überwältigend positive Resultate erzielen.

 

Körperliche Schmerzen

 

Körperlich erkrankte Menschen sollten beim Ausüben der Mediation vorsichtig sein und besser mit professioneller Hilfe üben.

Der starke Fokus auf das Hier und Jetzt und die bewusste Wahrnehmung aller inneren Prozesse des eigenen Körpers kann sonst im schlimmsten Fall zu einer verstärkten Wahrnehmung der Schmerzen und Beschwerden führen.

Wenn sich die Meditation zu anstrengend anfühlt und zu viele unbewusste Probleme aufwirbelt, sollte sie nicht parallel zur Therapie gegen die Krankheit durchgeführt werden.

Schließlich brauchen erkrankte Menschen all ihre Energie, um den Heilungsprozess so gut es geht zu unterstützen.

 

Überwältigende Emotionen

 

Nicht nur körperliche Schmerzen können sich im Verlauf einer Meditation verstärken.

Auch unbewältigte seelische Traumata oder verdrängte Emotionen können überraschend über den Meditierenden hereinbrechen.

Dazu sei gesagt, dass es natürlich auch keine Lösung ist, diese Emotionen weiterhin verdrängt zu halten, da sie sich immer auch auf unser Verhalten und Denken in der Gegenwart auswirken.

 

Dennoch sollten in diesem Fall die Meditationen, um wirklich hilfreich zu sein, in Begleitung eines Therapeuten stattfinden, der den Weg heraus aus diesen negativen Gefühlen zeigen kann.

So wird verhindert, dass der Meditierende sich zu stark mit den Gefühlen identifiziert und von ihnen überschwemmt wird.

Auch Menschen mit Psychosen oder Drogenabhängige sollten keine unbegleiteten Meditationen durchführen, solange akute Symptome vorhanden sind. Andernfalls können die auftauchenden inneren Bilder verzerrt oder schlimmstenfalls wahre Schreckensszenarien sein, was natürlich alles andere als Ruhe und Ausgeglichenheit fördert.

Mit professioneller Anleitung kann aber ein solches Trauma oder seelische Verletzungen langfristig aufgearbeitet und schließlich bewältigt werden, weshalb nicht grundsätzlich von einer Meditation abzuraten ist.

Im Gegenteil – Meditation kann, wenn sie richtig ausgeführt wird, innere Blockaden aufspüren, die in normalen Therapiesitzungen womöglich unerkannt bleiben würden.

 

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Achte bei deinen Meditationen genau darauf, was im Inneren vor sich geht.

Breche in jedem Fall ab, wenn du das Gefühl hast, die oben genannten Nebenwirkungen zu verspüren.

Versuche nicht, das „Ergebnis“ mit eigener Kraft zu manipulieren, denn dann ist die Meditation schon gestört.

Meditieren bedeutet loslassen und geschehen lasst, während in jedem Augenblick ein höchstes Maß an Bewusstsein und Achtsamkeit bestehen bleibt.

Wenn du genug Praxis und Routine im Meditieren hast, kannst du allerdings die auftauchenden Symptome genauer erkunden und (soweit das ohne Angst und Stress für dich möglich ist) sich ihnen stellen und sie bewusst wahrnehmen und beobachten.

 

Photo: winner01

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